Vertraue, lass los, mehr kannst du nicht tun....

Vertraue. Lass los. Mehr kannst du nicht tun.
“Vertraue. Lass los. Mehr kannst du nicht tun.”
Als ich diese Worte im April 2024 hörte, wollte ich sie am liebsten wegschieben.
Vertrauen? Ich konnte das NICHT!
Nicht in mich. Nicht ins Leben. Und ehrlich gesagt auch nicht in irgendjemanden sonst.
Ich war die Frau, die alles unter Kontrolle hatte. Oder zumindest glaubte, alles kontrollieren zu müssen. Ich plante, analysierte, hinterfragte und suchte für jedes Problem eine Lösung. Kontrolle fühlte sich für mich wie Sicherheit an.
Dabei war ich immer diejenige, die anderen half.
Fast 20 Jahre arbeitete ich in einer Arztpraxis. Seit mehr als 15 Jahren begleite ich Menschen und ihre Hunde. Ich war da, wenn andere nicht weiterwussten. Ich versorgte Wunden, spendete Zuversicht und versuchte, den Menschen ein Stück Last von den Schultern zu nehmen.
Bis ich selbst nicht mehr wusste, wie es weitergehen sollte.
2024 zerbrach mein Leben. Nicht mit einem lauten Knall. Sondern Stück für Stück.
Plötzlich funktionierte nichts mehr so, wie ich es gewohnt war. Und egal, wie sehr ich mich anstrengte – ich konnte nichts mehr festhalten.
Meine Hündin bekann plötzlich, ungewöhnlich viel zu trinken. Also machte ich das, was ich immer getan hatte.
Ich kontrollierte. Ich schrieb jede Wassermenge auf. Nach 24 Stunden schaute ich auf meinen Zettel.
Sieben Liter. Mir war sofort klar: Das ist nicht normal.
Kurz darauf kam der Wert. Blutzucker über 650.
In diesem Moment veränderte sich alles. Es gab keine Checkliste mehr. Keinen Plan. Keine Garantie.
Nur Angst.
Die Angst, sie zu verlieren.
Die Angst, nicht genug zu sein.
Die Angst, die Kontrolle endgültig zu verlieren.
Und genau dort begann etwas, womit ich nie gerechnet hätte.
Ich musste lernen, dem Leben zu vertrauen. Nicht, weil ich plötzlich mutig war. Sondern weil ich keine andere Wahl mehr hatte.
Heute – mehr als zwei Jahre später – weiß ich, dass Vertrauen keine Entscheidung ist, die man morgens trifft.
Vertrauen wächst. Ganz leise.
Mit jedem Tag, an dem man feststellt, dass man auch das schafft, was man sich niemals zugetraut hätte.
Ich musste aufhören, perfekt sein zu wollen.
Ich musste akzeptieren, dass Kontrolle nicht verhindert, dass Dinge passieren.
Und genau in dem Moment, als ich aufhörte, gegen alles anzukämpfen, wurde etwas leichter.
Nicht mein Leben. Aber ich.
Meine Hündin lebt heute immer noch ein fröhliches Leben. Und ich auch. Nicht, weil alles perfekt ist.
Sondern weil ich aufgehört habe, Perfektion zu meinem Ziel zu machen.
Aus dieser Reise ist etwas entstanden, das ich nie geplant hatte.
Ein Online-Kurs.
1:1 Termine
Begegnungen mit wundervollen Menschen.
Menschen, die sich in meiner Geschichte wiederfinden.
Menschen, die dieselbe Angst kennen wie ich damals.
Denn eines begegnet mir in fast jedem Gespräch. Die Angst vor Verlust.
Die Angst,
einen geliebten Hund zu verlieren.
einen Menschen zu verlieren.
oder sich selbst.
Ich bin keine Therapeutin und ich verspreche keine Heilung.
Ich sehe immer wieder etwas Wunderbares. Wenn Menschen beginnen, sich selbst wieder zu vertrauen, verliert die Angst ihre Macht. Sie verschwindet nicht über Nacht. Aber sie sitzt nicht mehr am Steuer. Sie bestimmt nicht mehr jeden Gedanken. Nicht mehr jede Entscheidung.
Sie wird leiser.
Erst heute sagte ich zu einer Kundin:
“Du hast kein schlechtes Leben. Es ist gerade nur unglaublich schwer. Aber auch diese Zeit wird vorbeigehen.”
Meine Oma sagte früher immer:
„Lächeln, Rücken gerade und nach vorne blicken.“
Damals hielt ich das für einen gut gemeinten Spruch. Heute weiß ich:
Sie sprach nicht davon, stark zu sein.
Sie sprach davon, weiterzugehen.
Auch mit Tränen in den Augen.
Vielleicht ist genau das Vertrauen.
Nicht zu wissen, wie alles ausgeht. Und trotzdem den nächsten Schritt zu gehen.
Loslassen ist nicht leicht.
Es kostet Mut.
Es kostet Überwindung.
Aber mit jedem Stück Kontrolle, das wir loslassen, gewinnen wir etwas viel Wertvolleres zurück.
Freiheit.


