Wandern ist des Müller´s Lust :)

Wandern ist für jeden etwas anderes
Ich kann nur aus meinem Leben sagen, dass ich schon immer gerne gegangen bin.
Schon als Kind wollte ich irgendwann nicht mehr im Kinderwagen sitzen.
Ich wollte selbst laufen, selbst entdecken, selbst weitergehen.
Später hatte Wandern für mich aber immer etwas Zweckgebundenes. Es musste für mich ein Ziel geben. Irgendwo musste man einkehren können, etwas essen, irgendwo ankommen.
Die Bewegung draußen war zwar schön, aber oft stand eher dieses „Ich muss mich bewegen“ im Vordergrund. Oder meinen Hund auslasten. Oft war es sogar mehr Sport, als ich eigentlich konnte oder wollte.
Dann kam das Thema Gesundheit und Nervensystem in mein ganz persönliches Leben.
Und plötzlich habe ich gemerkt, wie sehr ich eigentlich immer nur gerannt bin.
Nicht nur draußen, sondern innerlich. Immer mit dem Gedanken: Ich muss erst noch das und das erledigen, bevor ich genießen darf. Erst die Wohnung ordentlich. Erst die Wäsche. Erst alles abhaken.
Aber irgendwann habe ich verstanden: Es wird niemals alles fertig sein.
Irgendwo taucht immer noch Wäsche auf. Irgendwo liegen wieder Brotkrümel. Es wird nie klinisch rein sein und nie vollkommen erledigt. Und ab dem Moment, in dem ich angefangen habe, auch mal fünf gerade sein zu lassen, wurde mein Leben Stück für Stück leichter.
Seitdem ich mich mit meinem Nervensystem angefreundet habe, habe ich auch angefangen, mich mit meinem Leben anzufreunden. Lange Zeit dachte ich, mein Leben müsste anders aussehen. Ich hatte es mir anders gewünscht. Ich habe mich oft gefragt: Warum ist es so geworden, wie es jetzt ist?
Und heute sitze ich manchmal einfach im Wald, höre den Vögeln zu, mein Hund liegt neben mir und schnarcht leise, Ameisen laufen über die Erde. Eine Zecke krabbelt vorbei, die ich einfach wegschnipse. Und in diesen Momenten fühle ich plötzlich: Alles ist gut.
Obwohl, wenn ich in meinen Kopf schaue, gar nicht alles gut ist. In der Welt passieren schreckliche Dinge. Ich habe schlimme Nachrichten bekommen. Es gibt Sorgen, Ängste und Dinge, die ich nicht verändern kann.
Aber ich kann verändern, wie ich mit mir selbst und mit meinem Leben umgehe. Ich kann lernen, wahrzunehmen, was trotzdem schön ist. Ich kann lernen, zufrieden zu sein, obwohl nicht alles perfekt ist. Und genau da bin ich wieder bei dem Thema Akzeptanz und Nervensystemregulation. Man kann das lernen, auch dann, wenn man es vorher nie wirklich kannte.
Ich kannte dieses Gefühl von Ruhe früher vielleicht schon irgendwie — aber nie so tief, dass es wirklich etwas in mir verändert hätte. Heute ist das anders.
Mittlerweile gehe ich in den Wald, um einfach zu genießen.
Früher bin ich oft gegangen, weil ich hoffte, irgendwelche Tiere zu sehen. Dann gab es eine Zeit, da bin ich kaum noch in den Wald gegangen, weil ich Angst hatte. Angst um meinen Hund. Angst wegen ihrer Krankhei. Angst davor, dass etwas passiert und ich ihn nicht aus dem Wald tragen kann.
Und irgendwann habe ich verstanden: Egal, was passiert — es wird einen Weg geben.
Wenn ich aus Angst nicht mehr in diesen Wald gehe, der mir so viel schenkt, dann bleibe ich irgendwann nicht nur dem Wald fern, sondern auch meinem eigenen Leben.
Und das war für mich eine ganz entscheidende Erkenntnis.
Und genau diese Erkenntnis hat auch meine Arbeit mit Hunden verändert.
Denn so oft geht es im Hundetraining nicht nur um Verhalten, Technik oder „richtig und falsch“, sondern um das, was in uns selbst passiert. Unsere Unsicherheit, unsere Anspannung, unsere Angst — all das wirkt direkt auf unseren Hund.
Je mehr ich gelernt habe, mein eigenes Nervensystem zu verstehen und zu beruhigen, desto klarer wurde auch meine Kommunikation mit dem Hund. Nicht, weil ich mehr „gemacht“ habe, sondern weil ich innerlich ruhiger geworden bin.
Und genau das hat nicht nur mein eigenes Leben verändert, sondern auch das meiner Kundinnen und Kunden. Viele durften diese neue Form von Klarheit, Verbindung und innerer Ruhe bereits kennenlernen – und erleben, wie sehr sich dadurch der Umgang mit ihrem Hund verändert.
Aus diesen Erfahrungen ist nun auch etwas Neues entstanden:
mein Online-Kurs
„In Balance mit deinem Hund“. Ein Kurs, der dich dabei unterstützt, wieder mehr bei dir selbst anzukommen – und dadurch auch die Beziehung zu deinem Hund nachhaltig zu veränderst!
Schreib mir so so gerne,
Alles Liebe
Lydia



