Darüber spricht fast niemand, viele verstehen es auch nicht... :(

Wie lange gedacht, ich muss das alles alleine schaffen...

Dass ich keine Hilfe brauche.
Ich bin schließlich Hundetrainerin.
Ich habe 20 Jahre in einer Arztpraxis gearbeitet.
Ich weiß doch viel.. aus der Medizin und auch über Hunde, sowie Verhalten.
Ich weiß doch, dass man oder auch der Hund nicht einfach sofort stirbt.

Und trotzdem…

Was ich nicht wusste – oder vielleicht lange nicht wahrhaben wollte / bzw. versucht habe zu verdrängen -
ist, was in meinem Kopf passiert.
Wie die Gedanken anfangen zu kreisen.
Immer weiter. Immer schneller.
Wie dieser innere Druck entsteht, alles verstehen zu wollen,
alles kontrollieren zu wollen,
noch mehr zu machen, noch besser zu werden.

Und gleichzeitig bin ich weiter für andere da gewesen.
Im Training. Für Menschen. Für ihre Themen, ihre Sorgen, ihre Herausforderungen.

Bis zu dem Moment, an dem ich gemerkt habe: 
So geht es nicht weiter. Ich darf etwas verändern. Und genau das habe ich getan.

Seitdem hat sich vieles verändert.
Nicht alles ist „gut“ geworden.
Mein Hund ist nicht plötzlich gesund geworden.

Aber sie hat ihre Lebensfreude behalten.
Und wir gehen diesen Weg gemeinsam.
So, wie er ist. 

Und ich gehe ihn heute anders.
Bewusster. Ehrlicher. Tierfer verbundener – mit mir selbst.

In den letzten Wochen und Monaten haben mich immer wieder Nachrichten erreicht –
von Kunden und Kundinnen, von Menschen, die ich im Welpentraining oder im Alltag begleiten durfte.
Deren Hunde, die keine zwölf Jahre alt geworden sind, so wie Myla nun alt ist.
Hunde, die plötzlich krank geworden sind. Oder die ganz unerwartet gegangen sind.

Und dahinter stehen Menschen, die oft niemanden in ihrem direkten Umfeld haben, der wirklich versteht,
wie sich das anfühlt.


Denn von außen kommen dann Sätze wie:
„Es war doch nur ein Hund.“
„Jetzt ist er doch erlöst.“

Aber was viele nicht sehen:
Dieser Hund war nicht „nur“ ein Hund.

Er war Begleiter, Alltagspartner, Vertrauter.
Ein Wesen, um das man sich gekümmert hat,
mit dem man gewachsen ist,
mit dem man gelebt hat.

Und wenn dieser Hund plötzlich nicht mehr da ist, dann entsteht eine Lücke.

Nicht nur im Herzen – sondern im ganzem Alltag, im Leben.

Im Alltag, in den Routinen, in den Gedanken.
Selbst die Sorgen, die vorher da waren, fehlen auf einmal.
Und genau diese Leere kann unglaublich schwer wiegen.

Ich kann das aus eigener Erfahrung sagen.
Unser Hund Atus ist 16,5 Jahre alt geworden.
Und ich habe früher immer gedacht:
Wenn er irgendwann geht, dann wird das nicht "so schlimm" sein. Denn es gehört ja zum Leben dazu.
Er ist alt. Er hatte ein schönes Leben.

Aber weißt du was?

Da war diese Lücke.

Und sie war da, obwohl ich „verstanden“ habe.

Er hat mich so viele Jahre begleitet – auch im Training.
Und jedes Mal, wenn sein Name gefallen ist,
wenn wir über Trainingswege gesprochen haben, die wir gemeinsam gegangen sind,
war er wieder präsent.

Und ja – selbst vor ein paar Tagen kamen mir Tränen.
Keine Tränen der Trauer.
Sondern Tränen der Dankbarkeit.
Weil er ein Teil meines Lebens war.
Und immer bleiben wird.

Und ich weiß auch, was es bedeutet, wenn dieser Weg irgendwann endet.
Wenn auf einmal dieses Fellnäschen nicht mehr da ist.

Dann ist da nicht nur Stille.
Da ist eine Lücke – eine große, spürbare Lücke.

Ich weiß mittlerweile, wie viel im Kopf passiert.
Wie viel im Herzen passiert.
Und vor allem im Nervensystem.

Und genau deshalb ist es mir so wichtig geworden, das weiterzugeben.
Nicht nur als Trainerin – sondern als Mensch.

Ich weiß, wie es sich anfühlt, zu funktionieren.
Sich selbst irgendwo zu verlieren.
Und trotzdem weiterzumachen.

Und ich weiß auch, wie es sich anfühlt, wenn man beginnt, wieder bei sich anzukommen.

Vielleicht kann ich für dich – oder für jemanden, den du kennst –
ein kleiner Anker sein.

Deshalb: Fühl dich nicht allein.

Wenn du magst, melde dich bei mir.
Schreib mir oder ruf mich an.
Und wir schauen gemeinsam, was dir in deiner aktuellen Situation helfen kann –
was du daraus lernen kannst,
was sich vielleicht verändern lässt
oder wie du lernen kannst, damit umzugehen.


Eine liebevolle Umarmung

Deine Lydia
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