Meine beste Freundin..
Meine beste Freundin.
Lange Zeit habe ich gedacht, ich bin anders. Dass ich keine „beste Freundin“ habe oder brauche.
Ich habe meine Freunde – und das hat sich immer richtig angefühlt.
Wenn wir uns brauchen, sind wir füreinander da.
Ohne große Erwartungen, ohne feste Rollen. Und ja, das ist auch heute noch etwas sehr Schönes.
In den letzten Wochen, bzw. Monten habe ich aber etwas über mich gelernt: Ich habe gemerkt, dass ich oft viel FREIzeit allein verbringe.
Früher hat mich das überhaupt nicht gestört.
Im Gegenteil – es war für mich ganz selbstverständlich.
Mein Alltag ist voll von Begegnungen, Gesprächen und den Problemen anderer. Als Hundetrainerin mache ich das aus voller Überzeugung und mit ganzem Herzen.
Ich liebe es, Menschen und ihren Hunden zu helfen, sie zu begleiten und Lösungen zu finden.
Aber genau dabei ist mir klar geworden: So sehr ich für andere da bin, so wichtig ist es auch, jemanden zu haben, der einfach nur für mich da ist. Jemand, bei dem ich nichts erklären muss.
Jemand, der mich sieht – nicht in meiner Rolle, sondern einfach als ich.
Und dann habe ich eine Entscheidung getroffen: Meine beste Freundin bin ich selbst.
Es fühlt sich noch ein bisschen ungewohnt an, vielleicht sogar neu. Neulich stand ich mittags beim Biobäcker und wollte mir etwas richtig Leckeres gönnen. Und sofort kam dieser Gedanke: „Ach, das muss doch nicht sein. Ein Brot mit Käse reicht doch auch. Ist auch lecker, macht satt.“
Aber dann habe ich innegehalten und mich gefragt: „Was würde ich eigentlich für meine beste Freundin kaufen?“
Und genau das habe ich dann für mich selbst gekauft. Ich habe es genussvoll gegessen – ohne schlechtes Gewissen.
Seitdem ist mir etwas aufgefallen:
Seit ich mich so um mich kümmere, sind meine Gespräche mit den Menschen um mich herum anders geworden. Auch meine Kundengespräche sind voller Energie.
Ich bin präsenter, klarer. Auch bin nicht mehr so schnell überreizt oder sensibel gegenüber Geräuschen und Gerüchen. Das waren nämlich genau die Situationen, in denen ich hungrig war, müde oder mich nicht gesehen gefühlt habe.
Weil ich angefangen habe, mich wirklich um mich zu kümmern. Besonders um mein Nervensystem.
Mit dem Wissen von heute denke ich manchmal: Es wäre schön gewesen, das schon viel früher verstanden zu haben. Aber vielleicht kommt genau dieses Verständnis immer dann, wenn man bereit dafür ist.
Denn neben dem Bauchgefühl ist genau das ein ganz wichtiges Lebenselixier:
gut für sich selbst zu sorgen – so, wie man es für jemanden tun würde, den man von ganzem Herzen liebt.
Und vielleicht ist genau das eine kleine Einladung an dich:
Wann hast du dir das letzte Mal etwas so Gutes getan, als wärst du deine eigene beste Freundin?
Vielleicht ist heute ein guter Moment, damit anzufangen.
Fühl dich ganz lieb umarmt
Lydia







