Myla - Hund mit Diabetes, Mensch am Limit:

Wie wir aus Angst ins Vertrauen kamen

Morgen, kurz vor 5 Uhr:
Ich höre Myla gerade ganz ruhig atmen.


Noch zwei Minuten bleibe ich einfach hier liegen und halte diesen Moment fest.
Dann beginnt unser kleiner Alltag: „Hund lüften“, Futter, Insulin, Blutzucker messen … all die kleinen Dinge, die längst selbstverständlich zu unserem Leben gehören.

Und während ich ihrem Atem zuhöre, denke ich heute gerade daran, wie viel in den letzten Jahren passiert ist.

Ich bin durch eine schwere Zeit gegangen.


Eine Zeit, in der ich mich selbst ein Stück verloren hatte.
Ich habe funktioniert, für andere da war ich sowieso. Nur für mich selbst nicht.

Ich arbeite seit vielen Jahren mit Mensch-Hund-Teams und weiß, wie sehr Hunde unser Inneres spiegeln. Und trotzdem hat es meine eigene Hündin gebraucht, damit ich es wirklich gespürt habe.


Myla ist an Diabetes erkrankt und trägt trotzdem so viel Lebensfreude in sich.
Es gab Zeiten, da hatte sie mehr davon als ich... und als mir das BEWUST wurde, bin ich aufgewacht.

Myla hat mich mit ihrer Art wachgerüttelt.
Nicht mir Worten oder Taten, sondern einfach dadurch, dass sie da war.


Mit ihrem Blick. Ihrer Nähe. Ihrem Vertrauen. Mit jedem Atemzug.


Sie hat mir gezeigt, dass das Leben manchmal ganz klein sein darf:

Und plötzlich ist das nicht mehr „Alltag“. Sondern LEBEN.

Am Anfang habe ich uns oft gesagt: „Wir schaffen das.“
Wenn die Angst kam. Wenn ich nicht wusste, ob ich stark genug bin.


Heute braucht es diese Worte nicht mehr.
Es reicht ein Blick, der sagt: „Ich bin da. Alles gut. Du bist nicht allein.“ 🤍

Das ist unsere Sprache geworden. Aus Angst ist Vertrauen geworden.


Vielleicht hat sie mich gerettet, ohne es je zu wissen.
Vielleicht hat sie mir einen Teil von mir zurückgegeben, den ich schon verloren glaubte.

Es sind nicht immer die großen Momente, die uns retten.
Manchmal ist es ein kleines Wesen neben uns.
Das atmet. Das bleibt. Das uns ansieht.

Und dann weißt du plötzlich wieder:
Wir sind noch hier und  wir haben uns.


💛

Wenn du dich gerade selbst ein bisschen verloren hast: Du bist nicht allein. Schreib mir „Herz“, wenn du das kennst.

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