Wer ist dein Lieblingsmensch?

Wer ist dein Lieblingsmensch? ❤️
Heute hat eine Freundin Geburtstag. Vor einigen Jahren hat sie mir eine Tasse geschenkt. Darauf steht: Lieblingsmensch. Mit kleinen Herzchen.
Ich mag diese Tasse. Und manchmal denke ich über dieses Wort nach.
Lieblingsmensch. Wer ist das eigentlich?
Vielleicht ist es der Mensch, mit dem wir die schönsten Momente teilen. Derjenige, bei dem wir uns verstanden fühlen. Der uns zum Lachen bringt, uns auffängt, wenn es uns nicht gut geht, oder einfach da ist, ohne dass wir viel erklären müssen.
Vielleicht sind wir für andere Menschen genau dieser Lieblingsmensch. Und manchmal wissen wir es nicht einmal.
Aber weißt du, was ich an meiner Tasse besonders schön finde?
Für mich ist der Lieblingsmensch immer derjenige, der gerade daraus trinkt. ❤️
Und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr merke ich, dass da noch eine andere Wahrheit für mich drinsteckt.
Was wäre, wenn du selbst dein Lieblingsmensch sein dürftest?
Nicht aus Egoismus. Nicht, weil andere unwichtig wären. Sondern weil du der Mensch bist, den du überallhin mitnimmst.
In jede Beziehung. In jedes Gespräch. In jede Begegnung. Und natürlich auch ins Hundetraining.
Wer ist dir wichtig?
Diese Frage begegnet mir immer wieder. Auch im Hundetraining.
Ist es der Hund? Der Mensch, mit dem du zusammenlebst? Derjenige, der gerade neben dir steht? Oder die Person, der du es am liebsten recht machen möchtest?
Natürlich ist unser Gegenüber wichtig. Gerade unsere Hunde liegen uns am Herzen. Wir möchten, dass es ihnen gut geht. Dass sie sich sicher fühlen, uns vertrauen und sich in unserer gemeinsamen Welt zurechtfinden.
Wir beschäftigen uns mit Körpersprache, Trainingsmethoden, Signalen und Bedürfnissen. Wir üben, wiederholen und versuchen, unsere Hunde besser zu verstehen.
Und das ist gut so.
Aber in den vergangenen Jahren habe ich für mich etwas verstanden, das für mich vieles verändert hat:
Wenn es dir nicht gut geht, wirkt sich das auch auf deinen Hund und eure gemeinsame Beziehung aus.
Vielleicht bist du angespannt, obwohl du dir vorgenommen hast, heute ganz ruhig zu bleiben. Vielleicht möchtest du eigentlich Nein sagen, schluckst deine Wünsche aber herunter. Vielleicht gehst du in eine Situation, obwohl du innerlich längst spürst, dass du dich damit nicht wohlfühlst.
Du lächelst. Du funktionierst. Du tust so, als wäre alles in Ordnung.
Und dein Hund?
Der nimmt dich mit all dem wahr, was du mitbringst. Er versteht vielleicht nicht, warum du gerade so angespannt bist. Aber deine Körpersprache, deine Bewegungen und deine Reaktionen können sich verändern.
Manchmal reagiert er dann anders, als du es dir gewünscht hast.
Und wir fragen uns: Warum hört er heute nicht? Warum ist er so unruhig? Warum funktioniert das Training plötzlich nicht mehr?
Vielleicht liegt die Antwort nicht ausschließlich beim Hund.
Vielleicht lohnt es sich, auch einmal bei uns selbst hinzuschauen.
Du darfst wichtig sein. Für dich selbst.
Ich habe gelernt, dass ich meine eigenen Bedürfnisse nicht ständig hinten anstellen muss, damit es anderen gut geht.
Ich darf sagen, was ich mir wünsche. Ich darf Grenzen setzen. Ich darf mir Zeit nehmen, um herauszufinden, was ich brauche, damit ich mich in einer Situation sicher, wohl und handlungsfähig fühle.
Und ich darf mir diese Fragen stellen:
Was wünsche ich mir gerade?
Was brauche ich, damit ich mich damit wohlfühle?
Was kann ich selbst dazu beitragen, dass ich mich sicherer und entspannter fühle?
Dabei geht es nicht darum, dass immer alles nach meinem Kopf gehen muss. Es geht auch nicht darum, jede unangenehme Situation zu vermeiden oder dem Hund sämtliche Herausforderungen abzunehmen.
Es geht darum, bewusst zu entscheiden, statt nur zu funktionieren.
Denn wenn ich weiß, was ich brauche, kann ich auch klarer handeln. Ich kann meinem Hund Orientierung geben, ohne mich selbst dabei zu verlieren.
Und ich kann Entscheidungen treffen, hinter denen ich wirklich stehe.
Das verändert etwas. Nicht nur in mir, sondern oft auch in der gemeinsamen Dynamik mit meinem Hund.
Mein persönlicher Gamechanger
Wenn ich heute zurückblicke, war es für mich nicht allein das Wissen über Hundetraining, das den entscheidenden Unterschied gemacht hat.
Es war auch nicht die hundertste Wiederholung eines Signals.
Es war die Ausrichtung.
Die Frage, mit welcher Haltung ich in eine Situation gehe. Was ich eigentlich erreichen möchte. Was ich von meinem Hund erwarte und was ich selbst brauche, um ihn dabei gut begleiten zu können.
Denn ich kann noch so viel über Hunde wissen: Wenn ich meine eigenen Bedürfnisse übergehe, meine Unsicherheit überspiele oder versuche, etwas zu erzwingen, das sich für mich nicht richtig anfühlt, wird dieses Wissen allein nicht alles auffangen.
Hundetraining beginnt für mich deshalb nicht immer beim Hund.
Manchmal beginnt es bei uns.
Bei unserer inneren Haltung. Bei unseren Erwartungen. Bei unseren Grenzen. Bei der Bereitschaft, ehrlich mit uns selbst zu sein.
Und manchmal beginnt es mit einem einzigen Gedanken:
Ich muss nicht erst dafür sorgen, dass es allen anderen gut geht, bevor ich auch auf mich achten darf.
Das ist kein Freibrief, nur noch die eigenen Bedürfnisse zu sehen. Im Gegenteil. Es ist eine Einladung, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, damit man auch für andere wirklich da sein kann.
Eine Beziehung zwischen zwei unterschiedlichen Lebewesen
Was mich am Zusammenleben mit Hunden so fasziniert, ist genau das: Wir begegnen einem anderen Lebewesen, das die Welt auf seine eigene Weise wahrnimmt.
Wir sprechen nicht dieselbe Sprache. Wir haben unterschiedliche Bedürfnisse, Möglichkeiten und Grenzen. Und trotzdem können wir eine unglaublich enge Verbindung miteinander aufbauen.
Manche Hunde sind uns näher, als es Menschen in unserem Leben jemals waren. Sie begleiten uns durch schwere Zeiten, nehmen Veränderungen wahr und sind einfach da.
Gleichzeitig können sie uns Dinge zeigen, die wir an uns selbst vielleicht lange übersehen haben.
Nicht, weil jeder Hund unsere Gedanken lesen könnte oder jedes Verhalten eine bestimmte Botschaft über uns enthält. Sondern weil die Beziehung zu ihm uns immer wieder mit unseren eigenen Reaktionen konfrontiert.
Wie gehen wir mit Unsicherheit um? Wie reagieren wir, wenn etwas nicht funktioniert? Können wir Grenzen setzen? Können wir Vertrauen zulassen? Und wie viel Druck machen wir uns eigentlich selbst?
Hunde können uns dazu einladen, genauer hinzuschauen.
Und manchmal lernen wir im Training nicht nur, unseren Hund besser zu verstehen. Sondern auch uns selbst.
Also: Wer ist dein Lieblingsmensch?
Vielleicht ist es dein Partner. Deine beste Freundin. Ein Mensch, der dich schon lange begleitet. Oder jemand, der erst vor Kurzem in dein Leben gekommen ist.
Vielleicht ist es aber auch an der Zeit, dich selbst einmal wieder auf diese Liste zu setzen.
Nicht irgendwann, wenn alles erledigt ist. Nicht erst, wenn du allen Erwartungen gerecht geworden bist.
Sondern jetzt.
Denn du nimmst dich überallhin mit. Und du darfst dafür sorgen, dass du dich in deinem eigenen Leben nicht ständig selbst vergisst.
Vielleicht fängt es ganz klein an: mit einem ausgesprochenen Wunsch, einem ehrlichen Nein oder der Entscheidung, eine Situation anders zu gestalten.
Und vielleicht verändert genau das auch etwas in der Beziehung zu deinem Hund.
Denn Hundetraining ist für mich so viel mehr als Sitz, Platz, Bleib und Fuß.
Es geht um Kommunikation. Um Vertrauen. Um Orientierung. Um das Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Lebewesen, die gemeinsam ihren Weg finden.
Und es geht auch darum, dass du deinen Platz in dieser Beziehung findest, ohne dich selbst dabei aus den Augen zu verlieren.
Wenn du dich in diesen Gedanken wiederfindest und wissen möchtest, was das für dich und deinen Hund bedeuten könnte, dann schreib mir gerne.
Wir vereinbaren ein kostenloses telefonisches Kennenlerngespräch und schauen gemeinsam, ob wir zueinander passen und wie ich euch unterstützen kann.
Ganz ohne Druck. Dafür mit einem offenen Blick auf dich, deinen Hund und eure gemeinsame Geschichte.
Und bis dahin habe ich noch eine kleine Frage an dich:
Wann hast du dich selbst eigentlich das letzte Mal als deinen Lieblingsmenschen behandelt?


