Nicht jedes Bellen bedeutet das gleiche


Das ist sicherlich Nicht sehr vielen Menschen bewusst. Nur ist vielen nicht bewusst, dass man nicht auf jedes bellen gleich reagieren sollte.
Zum Beispiel, wenn ein Hund an der Terrassentür steht und bellt, sagen viele Menschen im Training zu mir: „Lydia, ich finde es toll, er zeigt mir, dass er raus muss!“  ‚
Nun klar kann das praktisch sein.
Es ist nur hier die Frage: Wer entscheid hier und wer agiert hier?
Es gibt Hunde, die stehen in einer Stunde 5mal an der Tür und 5mal geht die Tür auf. Oder im Sommer steht sie die ganze Zeit auf. Der Hund kann entscheiden, ob er drinnen oder draußen liegt.
Je nach Hund und Lebenssituation vielleicht auch kein großes Problem.
Aber aus der Sicht des Hundes, hat er die Aufgabe: „ich muss hier aufpassen und alles melden, kommentieren und auch verbellen.“
Oft würden z.B. die Spaziergänger, die draußen gerade vorbei gehen, auch weitergehen, wenn da kein Hund bellen würde. Aber das weiß der Hund (noch) nicht. 😉 und wer hat es ihm (unbewusst) beigebracht? Der Mensch. Frauchen oder Herrchen haben es aus deren Sicht ja nur gut gemeint. „Es ist doch eh alles eingezäunt und er kann nicht weglaufen. Und manchmal freut sich die Nachbarin auch, wenn der Hund sie begrüßt und bellt und sie wirft ihm dann ein Leckerchen zu!“
Und ich kann dazu nur sagen: „WER hat nun entschieden? Und wer hat die meisten Entscheidungen heute getroffen? Wer trifft in einer Firma die Entscheidungen? Der Chef/die Chefin oder der Praktikant?“
Nun ja, für dich ist dein Hund sicherlich mehr, als ein Praktikant. 😉 Je mehr Entscheidungen dein Hund trifft, desto schwerer wird ihm klar zu machen, dass er sich z.B. auf dich in allen Situation verlassen kann. Das ist dann somit für dich und auch ihn stressiger.
Ich bekomme aber auch oft die Antwort: „Lydia, wir ignorieren, wenn er bellt. Er hört ja auf, wenn er möchte oder wenn der Mensch am Zaun weitgegangen ist…“
Auch hier erstens die Frage: „WER hat nun entschieden??!“ Und zweitens ist ignorieren hier leider absolut fehl am Platz. Denn wenn ein Hund z.B. etwas hört, guckt er in die Richtung, wufft und läuft dann vielleicht hin und bellt.  
Hier wäre es sinnvoll, wenn der Mensch schon beim Kopf hoch heben in die Richtung gehen würde und z.B. aus dem Fenster gucken würde und somit dem Hund signalisiert „Hey, danke für´s Anzeigen/Melden des Reizes, ich übernehme nun für unsere Sicherheit, du darfst dich entspannen“

Dann gibt es die Hunde, die bellen, wenn der Mensch einen Ball oder das Spielzeug in die Hand nimmt. Der Mensch sagt vielleicht noch „leise“ oder so was, aber der Hund bellt sofort und spätestens, wenn der Mensch den Arm zum Werfen hochnimmt, dann geht ein Konzert los. Dies hört dann wieder auf, wenn der Hund dem Ball hinterlaufen kann. Der Hund wirft den Ball, vor die Füße des Hundemensch und bellt. Sein Mensch hebt den Ball auf und schon startet, dass „Bell-Spiel“ von vorne.
Um das Bellen abzugewöhnen, wäre es hier nötig, NICHT zu werfen, solange er bellt. Und NICHT reagieren -> nicht reden.  Und ggfs. mit einem Gegenstand starten, der nicht so hoch im Kurs steht, wie zum Beispiel der Lieblingsball.
Viele Spaß und teilt mir gerne eure Trainingsweg mit.

 

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