Impulskontrolle


Impulskontrolle – wo für braucht man das?



In so vielen Situationen erwarten wir von unseren Hunden Impulskontrolle.
Er soll nicht dies oder jenes…
Er muss sitz machen, bevor dies oder das beginnen darf.

In vielen Bereichen stimme ich euch Hundehaltern auch zu. ABER, wie bringt ihr euren lieben Hunden diese Impulskontrolle bei?


Aus meiner Sicht fängt die Impulskontrolle schon bei uns Menschen an. Hättest Du nicht auch am liebsten alles jetzt und sofort, ohne Wartezeit?

Nun als erstes einmal: was ist denn überhaupt Impulskontrolle? Oder heiß es Frustrationstoleranz? Oder was unterscheidet diese beiden Begriffe.




Impulskontrolle / Frustrationstoleranz – Die Unterschiede
Frustrationstoleranz ist die Fähigkeit die Nichterfüllung eines Wunsches AUSHALTEN zu können. Impulskontrolle nennt man die Beherrschung, dem eigenen Wunsch zu WIDERSTEHEN und seine Emotionen und das daraus resultierende Handeln bewusst zu kontrollieren. Man nennt die Impulskontrolle auch Selbstbeherrschung. Für eine funktionierende Impulskontrolle, sprich Selbstbeherrschung, muss dein Hund in der Lage sein Frust aushalten zu können und daher sind diese beiden Begriffe sehr eng miteinander verbunden.
Bei der Fähigkeit zur Impulskontrolle spielt auch der Charakter des Hundes eine Rolle. (Quelle Dogstv.de)

Paula ein Hund meiner Freundin, interessiert es überhaupt nicht, wenn Rehe, Hasen, Katzen oder andere Tiere vor ihrer Nase entlanglaufen. Das liegt aber nicht daran, dass er eine mega gute Impulskontrolle hat oder perfekt erzogen ist und alle Hunde, die hinterherrennen (wollen) nicht gut erzogen sind.
Bei Paula liegt es einfach daran, weil dies für sie keinen Reiz darstellt.
Anders verhält es sich bei Schwänen auf dem Wasser. Die findet sie extrem spannend und sie muss all ihre vorhandene Impulskontrolle zusammenkratzen, um nicht sofort (egal wie kalt die Mosel ist) hineinzuspringen.


Ich finde, wenn wir unseren Hund Impulskontrolle vermitteln möchten, also die Fähigkeit eine Pause einzulegen und eben nicht sofort impulsiv zu reagieren, ist es notwendig, dass wir dies vor leben.



•    Ruhe vermitteln
den eigenen Pausenknopf aktivieren,
einatmen und ausatmen
der Fels in der Brandung bleiben.

•    Versetze dich in deinen Hund, was kann er leisten und was nicht?
Überlege einmal, was verlangst du gerade von deinem Hund.

Mensch: „er soll nur einfach mal eine Viertelstunde ruhig hier sitzen, damit ich mit meiner Nachbarin sprechen kann“
Ich: „Gut, das kann ich verstehen. Nun stelle dir aber bitte mal die Frage: „wie lange kann er OHNE Ablenkung entspannt an einer Stelle liegen?“
Mensch: „Naja. Nicht lange. Aber zuhause ist mir das ja egal“

Anhand dieses Beispiels sieht man, wie wichtig Strukturen und Regeln für den Vier- und auch Zweibeiner im Alltag sind. Wenn man zuhause alles darf, warum sollte man dann nicht denken, dass es überall so zu geht. 😉

•    Regeln bedeuten unter anderem auch Grenzen, Grenzen sind nicht nur negativ, denn sie geben auch sehr viel Sicherheit. So muss nicht jeden Tag neu diskutieren, denn das kostet definitiv viel Energie und auch Impulskontrolle 😉
•    Arbeite an den Reifeprozessen deines Hundes und nimm dabei Druck raus, statt Perfektion zu verlangen. Hat Myla und mir auch sehr geholfen😊
•    Biete ihm ggfs Alternativen, übe erst einmal das Stehen bleiben und warten. Und nicht direkt mir der Ablenkung der Nachbarin.
Bleib stehen, Fuß auf die Leine, das andere Ende der Leine, in den Händen halten. Dein Hund kann stehen, sitzen oder liegen. Alles ist ok.

von Lydia Müller 21. Mai 2026
MA - wat is dat?
von Lydia Müller 17. Mai 2026
Wandern ist des Müller´s Lust :)
von Lydia Müller 14. Mai 2026
Ich bin keine Zauberin...
von Lydia Müller 12. Mai 2026
Physio-Walk: was ist das?
von Lydia Müller 7. Mai 2026
Ein Kind zieht ein:)
von Lydia Müller 5. Mai 2026
Was ist Alltagstraining? – Der Schlüssel zu einem entspannten Zusammenleben!
von Lydia Müller 5. Mai 2026
Wenn das Leben nicht planbar ist – was uns unsere Hunde wirklich lehren..
von Lydia Müller 2. Mai 2026
Meine beste Freundin..
von Lydia Müller 28. April 2026
Führst du deinen Hund – oder reagierst du nur? Gedacht ist nicht gesagt. Gesagt ist nicht gehört. Gehört ist nicht verstanden. Und verstanden ist noch lange nicht umgesetzt. Was am Ende passiert, hat oft wenig mit dem zu tun, was wir eigentlich im Kopf hatten. Neulich im Training: Ich erkläre gerade, warum wir Übungen kleinschrittig aufbauen sollten. Ich bin noch mitten im Satz – da passiert es: Der Hund springt einfach auf den Tisch. Ohne Signal. Ohne Freigabe. Ohne Absprache. Und dann passiert etwas, das wir alle kennen: Der Hund wird gestreichelt. Und gleichzeitig hört man: „Du sollst doch noch nicht springen… du musst warten.“ Und jetzt wird es wirklich spannend: Was lernt der Hund in diesem Moment? Er springt eigenständig und bekommt Aufmerksamkeit. Wir sollten uns bewusst machen: Wenn ein Hund ein Verhalten zeigt und wir darauf reagieren, können wir es unbewusst verstärken – vor allem durch die drei A’s: 👉 Ansprechen 👉 Anfassen 👉 Anschauen Für den Hund ist genau das oft schon eine Belohnung. Und so passiert es schnell, dass ein Verhalten, das wir eigentlich nicht wollen, immer häufiger gezeigt wird – weil es sich aus Sicht des Hundes lohnt. Nach der Stunde sagt eine Kundin zu mir: „Lydia, man hätte den Tisch ja auch vorher runterfahren können… das war ja auch ein bisschen gefährlich.“ Und ja – da hat sie absolut recht. Gleichzeitig zeigt dieser Moment etwas Wichtiges: Ich war gerade dabei, alles in Ruhe zu erklären. Und die eigentliche Aufgabe war gewesen, kurz zuzuhören und den eigenen Hund bei sich zu behalten. Nicht als Kritik – sondern als Einladung, genauer hinzuschauen: Führung beginnt oft genau in diesen kleinen, unscheinbaren Momenten. Denn das eigentliche Thema ist selten der Hund. Es ist unsere Wahrnehmung von Kontrolle. 👉 Führung entsteht nicht durch Worte. 👉 Führung entsteht durch klares Timing. 👉 Und durch Entscheidungen, die rechtzeitig getroffen werden. Wenn wir zögern, entscheidet unser Hund. Nicht aus Trotz – sondern weil er es kann. In meiner Hundeschule lernst du, genau diese Momente zu erkennen. Klarer zu kommunizieren. Präsenter zu sein. Und deinem Hund echte Orientierung zu geben. (Foto: Myla und Bruder Simba... mit 4 Monaten)