Mein Hund muss nichts können, er soll nur kommen, wenn ich ihn rufe!“

„Otto hiiiiiier! – Pfiff - Hallo – Ottooooo, kommst du hierhin – Pfiff – Komm schnell – Ottooooo, dann gehe ich jetzt - Tschöööööö!“
So oder so ähnlich erlebe ich es täglich. Und es ist egal ob ich bei uns an der Mosel bin oder in Luxembourg oder gar in Frankreich. Ok, da sind es andere Worte ????
Aber zu Beruhigung, aber auch in den anderen Sprachen, haben diese Mensch - Hund - Teams ein Problem, der Hund kommt oft erst, wenn ER es möchte.

Oft frage ich meine Kunden in einem Ersttermin oder im Rückruf-Kurs, ob sie ihren Hund zu sich rufen können. Manch einer sagt: „Nein!“ andere „klar! Aber nur wo sie / er sich auskennt. Sonst lasse ich den Hund nicht von der Leine“. Wer aber locker sagt: „ja, das geht“ wird oftmals auf die Probe gestellt: Ich locke dann die Hunde, werfen etwas oder packe nur mit meiner Hund in meine Jackentasche. „Na, das ist ja unfair“, antworten die meisten, weil es dann meistens doch nicht klappt. Ich bin dann gerne unfair. Aber eigentlich bin ich garnicht unfair, denn wenn man den Hund nicht von mir abrufen kann, wie wollen diese Menschen ihn von Wild oder anderen Dingen abrufen?

Denn um einen Hund sicher rückrufbar zu machen, sollte er allen Reizen bestmöglich widerstehen können. Denn schließlich geht es auch um Sicherheit, und niemand kann gebrauchen, dass der Hund einer Wildfährte über die Bundesstraße folgt oder aus lauter Freude ungebremst auf den Jogger zuläuft.
Ich gebe es zu: Es ist nicht leicht, seinem Hund einen sicheren Rückruf mal eben so beizubringen!
Aber es ist durchaus möglich! Wenn wir mit dem Training beginnen, sollten sich erst einmal die Menschen folgendes überlegen:

• Welches Rückruf-Wort möchte ich nutzen?
• Mit welcher Belohnung kann ich meinen Hund belohnen?
• Mit welcher Körperhaltung kann ich meinen Hund einladen zu mir zu kommen?
• Wie löse ich das Signal nach dem „zurückkommen“ auf? Oder löst mein Hund das von allein auf?
 
Dies sind nur vier kleine, aber sehr wichtige Punkte für ein erfolgreiches Rückruftraining!
Unsere Hunde sind soziale Lebewesen und keine Maschinen, genauso wollen wir das auch. Somit kann es Situationen geben, in denen der Hund nicht (sofort) wiederkommt.
Das ist kein Grund, an sich selbst oder dem Tier zu zweifeln, eine 95-prozentige Erfolgsquote ist schon mehr als zufriedenstellend. Aber alles was darunterliegt, sollte immer weiter ambitioniert trainiert werden.

Fazit: Je besser Dein Hund rückrufbar ist, desto mehr Freiheiten kannst Du ihm bieten!




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Führst du deinen Hund – oder reagierst du nur? Gedacht ist nicht gesagt. Gesagt ist nicht gehört. Gehört ist nicht verstanden. Und verstanden ist noch lange nicht umgesetzt. Was am Ende passiert, hat oft wenig mit dem zu tun, was wir eigentlich im Kopf hatten. Neulich im Training: Ich erkläre gerade, warum wir Übungen kleinschrittig aufbauen sollten. Ich bin noch mitten im Satz – da passiert es: Der Hund springt einfach auf den Tisch. Ohne Signal. Ohne Freigabe. Ohne Absprache. Und dann passiert etwas, das wir alle kennen: Der Hund wird gestreichelt. Und gleichzeitig hört man: „Du sollst doch noch nicht springen… du musst warten.“ Und jetzt wird es wirklich spannend: Was lernt der Hund in diesem Moment? Er springt eigenständig und bekommt Aufmerksamkeit. Wir sollten uns bewusst machen: Wenn ein Hund ein Verhalten zeigt und wir darauf reagieren, können wir es unbewusst verstärken – vor allem durch die drei A’s: 👉 Ansprechen 👉 Anfassen 👉 Anschauen Für den Hund ist genau das oft schon eine Belohnung. Und so passiert es schnell, dass ein Verhalten, das wir eigentlich nicht wollen, immer häufiger gezeigt wird – weil es sich aus Sicht des Hundes lohnt. Nach der Stunde sagt eine Kundin zu mir: „Lydia, man hätte den Tisch ja auch vorher runterfahren können… das war ja auch ein bisschen gefährlich.“ Und ja – da hat sie absolut recht. Gleichzeitig zeigt dieser Moment etwas Wichtiges: Ich war gerade dabei, alles in Ruhe zu erklären. Und die eigentliche Aufgabe war gewesen, kurz zuzuhören und den eigenen Hund bei sich zu behalten. Nicht als Kritik – sondern als Einladung, genauer hinzuschauen: Führung beginnt oft genau in diesen kleinen, unscheinbaren Momenten. Denn das eigentliche Thema ist selten der Hund. Es ist unsere Wahrnehmung von Kontrolle. 👉 Führung entsteht nicht durch Worte. 👉 Führung entsteht durch klares Timing. 👉 Und durch Entscheidungen, die rechtzeitig getroffen werden. Wenn wir zögern, entscheidet unser Hund. Nicht aus Trotz – sondern weil er es kann. In meiner Hundeschule lernst du, genau diese Momente zu erkennen. Klarer zu kommunizieren. Präsenter zu sein. Und deinem Hund echte Orientierung zu geben. (Foto: Myla und Bruder Simba... mit 4 Monaten)
von Lydia Müller 28. April 2026
Manche gehen – und sind trotzdem jeden Tag noch da.
von Lydia Müller 27. April 2026
Wie lange gedacht, ich muss das alles alleine schaffen... Dass ich keine Hilfe brauche. Ich bin schließlich Hundetrainerin. Ich habe 20 Jahre in einer Arztpraxis gearbeitet. Ich weiß doch viel.. aus der Medizin und auch über Hunde, sowie Verhalten. Ich weiß doch, dass man oder auch der Hund nicht einfach sofort stirbt. Und trotzdem… Was ich nicht wusste – oder vielleicht lange nicht wahrhaben wollte / bzw. versucht habe zu verdrängen - ist, was in meinem Kopf passiert. Wie die Gedanken anfangen zu kreisen. Immer weiter. Immer schneller. Wie dieser innere Druck entsteht, alles verstehen zu wollen, alles kontrollieren zu wollen, noch mehr zu machen, noch besser zu werden. Und gleichzeitig bin ich weiter für andere da gewesen. Im Training. Für Menschen. Für ihre Themen, ihre Sorgen, ihre Herausforderungen. Bis zu dem Moment, an dem ich gemerkt habe: So geht es nicht weiter. Ich darf etwas verändern. Und genau das habe ich getan. Seitdem hat sich vieles verändert. Nicht alles ist „gut“ geworden. Mein Hund ist nicht plötzlich gesund geworden. Aber sie hat ihre Lebensfreude behalten. Und wir gehen diesen Weg gemeinsam. So, wie er ist. Und ich gehe ihn heute anders. Bewusster. Ehrlicher. Tierfer verbundener – mit mir selbst. In den letzten Wochen und Monaten haben mich immer wieder Nachrichten erreicht – von Kunden und Kundinnen, von Menschen, die ich im Welpentraining oder im Alltag begleiten durfte. Deren Hunde, die keine zwölf Jahre alt geworden sind, so wie Myla nun alt ist. Hunde, die plötzlich krank geworden sind. Oder die ganz unerwartet gegangen sind. Und dahinter stehen Menschen, die oft niemanden in ihrem direkten Umfeld haben, der wirklich versteht, wie sich das anfühlt. Denn von außen kommen dann Sätze wie: „Es war doch nur ein Hund.“ „Jetzt ist er doch erlöst.“ Aber was viele nicht sehen: Dieser Hund war nicht „nur“ ein Hund. Er war Begleiter, Alltagspartner, Vertrauter. Ein Wesen, um das man sich gekümmert hat, mit dem man gewachsen ist, mit dem man gelebt hat. Und wenn dieser Hund plötzlich nicht mehr da ist, dann entsteht eine Lücke. Nicht nur im Herzen – sondern im ganzem Alltag, im Leben. Im Alltag, in den Routinen, in den Gedanken. Selbst die Sorgen, die vorher da waren, fehlen auf einmal. Und genau diese Leere kann unglaublich schwer wiegen. Ich kann das aus eigener Erfahrung sagen. Unser Hund Atus ist 16,5 Jahre alt geworden. Und ich habe früher immer gedacht: Wenn er irgendwann geht, dann wird das nicht "so schlimm" sein. Denn es gehört ja zum Leben dazu. Er ist alt. Er hatte ein schönes Leben. Aber weißt du was? Da war diese Lücke. Und sie war da, obwohl ich „verstanden“ habe. Er hat mich so viele Jahre begleitet – auch im Training. Und jedes Mal, wenn sein Name gefallen ist, wenn wir über Trainingswege gesprochen haben, die wir gemeinsam gegangen sind, war er wieder präsent. Und ja – selbst vor ein paar Tagen kamen mir Tränen. Keine Tränen der Trauer. Sondern Tränen der Dankbarkeit. Weil er ein Teil meines Lebens war. Und immer bleiben wird. Und ich weiß auch, was es bedeutet, wenn dieser Weg irgendwann endet. Wenn auf einmal dieses Fellnäschen nicht mehr da ist. Dann ist da nicht nur Stille. Da ist eine Lücke – eine große, spürbare Lücke. Ich weiß mittlerweile, wie viel im Kopf passiert. Wie viel im Herzen passiert. Und vor allem im Nervensystem. Und genau deshalb ist es mir so wichtig geworden, das weiterzugeben. Nicht nur als Trainerin – sondern als Mensch. Ich weiß, wie es sich anfühlt, zu funktionieren. Sich selbst irgendwo zu verlieren. Und trotzdem weiterzumachen. Und ich weiß auch, wie es sich anfühlt, wenn man beginnt, wieder bei sich anzukommen. Vielleicht kann ich für dich – oder für jemanden, den du kennst – ein kleiner Anker sein. Deshalb: Fühl dich nicht allein. Wenn du magst, melde dich bei mir. Schreib mir oder ruf mich an. Und wir schauen gemeinsam, was dir in deiner aktuellen Situation helfen kann – was du daraus lernen kannst, was sich vielleicht verändern lässt oder wie du lernen kannst, damit umzugehen. Eine liebevolle Umarmung Deine Lydia
von Lydia Müller 24. April 2026
Warum verschieben wir das Leben so oft auf später? Wir sparen uns die schönen Dinge auf. Für den richtigen Moment. Für „wenn es passt“. Für irgendwann. Doch dieses Irgendwann hat die merkwürdige Eigenschaft, sich ständig zu verschieben. Erst müssen die Kinder groß werden. Erst muss das Haus abbezahlt sein. Erst muss der Alltag ruhiger werden. Erst muss noch dies, noch das. Und dann, eines Tages, stehen wir da und sagen: „Jetzt können wir es endlich genießen.“ Aber warum erst jetzt? Und werden wir "diesen Tag auch wirklich erleben??" Ich habe neulich jemanden sagen hören, sie hätten sich ihr Traumhaus gebaut – und könnten es nun endlich genießen. Sie waren beide Ende 60. Ein ganzes Leben lang hatten sie darauf hingearbeitet. Und in der Zeit, in der dieses Leben eigentlich hätte stattfinden sollen, war kein Raum dafür. Kein Morgenkaffee in Ruhe. Aber sie hatten sich doch extra eine Terrasse gebaut, wo sie schon morgens die Sonne hätten genießen könne. Kein bewusstes Wahrnehmen der Natur. Kein Innehalten. Stattdessen: Wecker, Müdigkeit, Funktionieren. Der Tag musste bewältigt werden. Das Leben wurde organisiert, aber nicht gelebt. Sie hatte beide "wichtige Jobs" - waren für andere da. "Lydia, wir haben doch jetzt noch ein paar Jährchen..." Dieser Satz geht mir nicht mehr aus dem Sinn... "wir ahen doch jetzt noch ein paar Jährchen... Und ich frage mich: Ist das wirklich der Sinn warum wir auf der Welt sind? Heute ist ein besonderer Tag. Heute hätte dieser Mensch Geburtstag, der für mich so viel mehr war als nur ein Onkel. Er war ein Stück Zuhause, ein Stück Kindheit, ein Stück Halt. Und ich bin ihm unglaublich dankbar für das, was er mir vorgelebt hat. Er hat einmal zu mir gesagt: „Mädchen, wir werden eh irgendwann sterben. Und vorher sollten wir einfach mal leben.“ Dieser Satz ist mir heute Morgen wieder ganz klar in den Sinn gekommen. Vielleicht gerade deshalb, weil ich hier saß, vor meinem Computer, der mich in den Wahnsinn getrieben hat. Dieser Moment, in dem man merkt: Es geht gerade einfach nicht mehr. Und genau da habe ich eine Entscheidung getroffen – ich mache mir jetzt erstmal eine Portion Nudeln. Ganz einfach. Weil sie immer helfen. Und vielleicht ist genau das der Punkt. Es sind nicht die großen, perfekten Momente, auf die wir warten sollten. Es sind diese kleinen Entscheidungen im Alltag. Sich selbst ernst nehmen. Sich eine Pause gönnen. Etwas tun, das gut tut – jetzt, nicht später. Gerade in solchen Momenten wird auch klar, wie sehr uns die frühen Jahre prägen. Bei uns Menschen – und genauso bei Tieren. Was wir in der Kindheit oder Welpenzeit erfahren, begleitet uns. Es formt, wie wir die Welt sehen, wie wir fühlen, wie wir reagieren. Doch was machen wir daraus? Vielleicht ist die wichtigste Erkenntnis ganz einfach und gleichzeitig unbequem: Es gibt kein später, auf das wir uns verlassen können. Es gibt nur jetzt. Und das „Gute“, auf das wir warten – existiert das überhaupt als eigener Zeitpunkt? Oder ist es nicht vielmehr eine Entscheidung? Warum heben wir die gute Hose für besondere Anlässe auf? Warum trinken wir den guten Wein nicht einfach heute? Warum verschieben wir Freude, Ruhe, Genuss – als wären sie eine begrenzte Ressource, die man sorgfältig einteilen muss? Wann genau ist denn „gut“? Vielleicht ist gut nicht der perfekte Moment. Vielleicht ist gut einfach ein ganz normaler Tag. Ein Morgen mit Kaffee. Eine Portion Nudeln. Ein bewusster Atemzug. Ein kurzer Ausstieg aus dem Funktionieren. Vielleicht geht es nicht darum, irgendwann anzufangen zu leben. Sondern darum, es heute zu tun. Und vielleicht auch darum, sich immer wieder zu fragen: Was hilft dir – genau jetzt – wenn du denkst, es geht nicht mehr? Erzähle es mir so gerne. P.S. nachdem ich Pause gemacht hatte und meine Nudeln gegessen hatte, hat auch mein PC keine Problem mehr gemacht und ich bin froh und du kannst dich schon auch was NEUES freuen,
von Lydia Müller 23. April 2026
Fünf Uhr morgens. Die Welt schläft noch. Es ist still – zumindest im Außen. Früher war es in mir alles andere als still. HEUTE, egal, wo wir sind – zu Hause oder im Urlaub – wir gehen unsere kleine Runde. Jeden Morgen. Immer gleich. Ein Ritual, das mich hält, auch wenn in mir lange Zeit alles andere als Halt war. Die Vögel sind schon wach. Und manchmal habe ich das Gefühl, sie sind weiter als ich es lange war. Anpassen war früher meine Stärke. Oder das, was ich dafür gehalten habe. Mich einfügen. Funktionieren. Spüren, was gebraucht wird – und es geben. So lange, bis ich irgendwann nicht mehr wusste, was eigentlich *ich* brauche. Dann wurde mein Hund krank. Und plötzlich wurde aus Anpassung Überleben. Noch mehr Verantwortung. Noch mehr Kontrolle. Noch mehr dieses Gefühl, alles richtig machen zu müssen – weil so viel davon abhängt. Ich habe viel Wissen über Medizin, Diabetes, Hundetraining. Ich wollte sicher sein. Alles im Griff haben. Aber dieser Anspruch… dieser Perfektionismus … der hat mich fast wahnsinnig gemacht. Er hat mich müde gemacht. Leer. Und irgendwann auch ein Stück weit verloren. Diese frühen Morgenstunden waren lange keine friedliche Zeit. Sie waren laut. Voller Gedanken. Voller Druck. Heute sind sie anders. Heute liegt in diesen Momenten etwas, das ich früher nicht sehen konnte: Ruhe. Klarheit. Und eine leise Form von Dankbarkeit. Alles ist vorbereitet. Jeder Handgriff sitzt. Ich bewege mich ruhig, fast automatisch. Kein Stress, kein Chaos – nur dieses leise, eingespielte Miteinander. Rausgehen. Atmen. Dasein. Zurückkommen. Versorgen. Kümmern. Zucker messen. Füttern. Augentropfen. Und dann dieser kleine Moment dazwischen – in dem ich entscheiden darf: Lege ich mich nochmal hin? Oder beginne ich den Arbeitstag sofort? Früher hätte ich mir diese Frage gar nicht erlaubt. Dieses „fein sein“ mit dem eigenen Leben… so wie es ist… das kam nicht einfach. Es war ein Weg. Und ehrlich gesagt: Es ist immer noch einer. Ich bin ein feinfühliger Mensch. Ich spüre viel. Vielleicht zu viel, dachte ich lange. Im Hundetraining ist das ein Geschenk. Aber in meinem eigenen Leben hat es mich oft von mir selbst weggetragen. Ich war überall – nur nicht bei mir. Erst als ich angefangen habe, wirklich bewusst mit meinem Atem zu arbeiten, mein Nervensystem zu verstehen… hat sich etwas verändert. Nicht plötzlich. Nicht perfekt. Aber spürbar. Ich kann heute zurückkommen. Zu mir. In meinen Körper. In diesen Moment. Und ich werde nicht mehr überrollt von dem, was ich fühle – ich kann es halten. Das verändert alles. Für mich. Für meinen Hund. Und für die Menschen, mit denen ich arbeite. Weil es nicht darum geht, dass alles perfekt ist. Oder leicht. Oder kontrollierbar. Sondern darum, dass ich da bin. Wach. Verbunden. In meinem Leben. So, wie es gerade ist. Schritt für Schritt. Morgen für Morgen. Und vielleicht ist genau das der Punkt: Dass es nicht darum geht, dein Leben komplett zu verändern. Sondern einen Moment zu finden, in dem du wieder bei dir ankommst. Vielleicht genau jetzt. Atme einmal tief durch die Nase ein. Halte den Atem für einen kurzen Moment. Und dann lass ihn langsam, ganz bewusst, länger wieder ausfließen. Und spür einfach. Nicht perfekt. Nicht richtig oder falsch. Nur dich. Und wenn du merkst, wie ungewohnt sich das vielleicht anfühlt – dann ist das kein Zeichen, dass du etwas falsch machst. Sondern vielleicht genau der Anfang. Und wenn du magst, erzähl mir: Wie fühlst du dich in deinem Alltag?“
von Lydia Müller 21. April 2026
Neulich bin ich über drei Worte gestolpert: „Wald statt Ritalin.“ Und sofort war da etwas in mir. Mehrere Gefühle gleichzeitig. Der Wald… Er hat mir geholfen, mich wiederzufinden. Zur Ruhe zu kommen. Klarer zu werden. Aber ganz ehrlich? Es gab auch andere Zeiten. Zeiten, da hätte ich eine Stadt jederzeit dem Wald vorgezogen. Vor allem in den Sturm-und-Drang-Phasen meiner Hündin Myla. Ich war zwar im Wald… aber nicht wirklich bei mir. Und aus Myla’s Sicht? Naja… hätte sie entscheiden dürfen, hätte sie mich wahrscheinlich am Eingang auf eine Bank gesetzt – oder auf einen Baumstamm – und wäre alleine losgezogen. „Bleib du mal hier, ich mach mein Ding.“ Und vielleicht hätte sie mich später wieder eingesammelt. ;) Und dann war da noch dieses Gefühl… Vor zwei Jahren. Ich stand da und habe gesagt: „Ich muss hier wegziehen. Mir fehlt der Wald. Hier gibt es keinen Wald… nur Weinberge.“ Heute muss ich darüber schmunzeln. Denn ich habe die Wälder meiner Heimat wiederentdeckt. Nicht, weil sie plötzlich da waren – sondern weil ich wieder bereit war, sie zu sehen. Und vielleicht ist es genau das: Der Wald ist nicht immer nur ein Ort. Manchmal ist er ein Weg zurück zu dir selbst. 🌿 „Der Wald wirkt auf jeden anders – was löst er bei dir und deinem Hund aus?“
von Lydia Müller 21. April 2026
„Hinter jedem ‘Problemverhalten’ steckt kein Trotz – sondern ein fehlendes Training. Verhalten ist kein Zufall – es ist das Ergebnis von Erfahrung. Und oft ist es kein Ungehorsam, sondern ein Missverständnis zwischen Hund und Halter*in: Der Hund zeigt, was er kann – und wir erwarten, was er nie gelernt hat.“ Immer wieder höre ich im Training diesen Satz: „Ich bin echt froh, wenn endlich alles normal läuft und ich nichts mehr üben muss.“ Zack. Genau das habe ich früher auch gedacht. „Ich bin froh, wenn ich endlich aus der Schule raus bin und nichts mehr lernen muss.“ Zum Glück habe ich diesen Gedanken ziemlich schnell wieder losgelassen. Denn die Wahrheit ist: Wir lernen jeden einzelnen Tag. Wir lernen, Dinge besser zu machen. Leichter zu machen. Oder manchmal überhaupt erst zu machen. Und trotzdem passiert etwas, das uns immer wieder ausbremst: Wir vergleichen uns. „Lydia, ich glaub es nicht… Wieso kann die Frau mit dem Dackel ganz entspannt durch die Innenastadt in Trier spazieren gehen – und mein Goldi schafft es nicht locker durch vom Parkplatz zum Nels-Park?“ Zack. Dann frage ich: „Wo lebt ihr?" – „Im Dorf.“ „Wo geht ihr spazieren?“ – „Im Wald, auf Wiesen.“ „Mit Leine?“ - „Nö.“ Und dann die entscheidende Frage: „Wie soll Frodo dann entspannt durch eine volle Innenstadt laufen, wenn er genau das nie gelernt hat?“ Mmmm… Stille. Und dann kommt er doch wieder, der Vergleich: „Aber Lydia… der Dackel kann es ja. Und er ist sogar jünger…“ Ja. Weil sie es geübt haben. Immer und immer wieder. In genau den Situationen, die heute so leicht aussehen. Was wir sehen, ist das Ergebnis. Was wir nicht sehen, ist der Weg dorthin. Und wenn du dich vergleichst, dann bitte nur mit einer Person: Mit dir. Mit der Version von dir, die du gestern warst. Denn genau da beginnt echter Fortschritt. 🙏 P.S. „Wenn du dir Unterstützung wünschst: Schreib mir – ich begleite euch auf eurem Weg.“